KI-generiert
Kurz gefasst
Eine Coin-Door bringt echtes Automaten-Feeling, und der Münzprüfer wird einfach wie ein zusätzlicher Button an den Encoder gelegt.
Inhalt
Ein Cabinet fühlt sich erst dann richtig an, wenn du eine Münze reinwirfst und der vertraute „Blomp“ ertönt, bevor das Spiel startet. Die Coin-Door ist genau das Detail, das aus einem selbstgebauten Kasten einen Automaten macht. Der Einbau selbst ist handwerklich überschaubar. Bevor du eine Arcade Coin Door einbauen kannst, gibt es aber zwei Stellen, an denen Anfänger regelmäßig Fehler machen: beim sauberen Ausschnitt in der Front und bei der Frage, ob der Münzprüfer nun ein simpler Taster ist oder ein Gerät mit eigener Stromversorgung. Ich gehe beides durch, plus die kleine Türbeleuchtung, die kaum ein Guide erklärt.
Coin-Door-Typen und Maße
Grob gibt es zwei Welten. Die klassische US-Coin-Door im Happ-Stil ist eine stabile Stahltür mit ein oder zwei Münzeinwürfen, einem Return-Knopf und einer Aussparung für die Rückgabeschale. Sie sieht am originalsten aus, ist aber sperrig und braucht einen großen Ausschnitt. Daneben gibt es kompakte Doppel-Coin-Doors und einzelne Münzeinwürfe aus dem Automatenbedarf, die sich gut in Bartops einbauen lassen.
Wichtig: Miss immer selbst nach. Die Öffnungsmaße unterscheiden sich je nach Hersteller deutlich, und es gibt keine europäische Norm, an der du dich blind orientieren kannst. Die Tür bringt fast immer eine Papp- oder Metallschablone mit, oder du überträgst die Kontur des Rahmens direkt aufs MDF. Für die Münzmechanik selbst hast du zwei Optionen:
- Mechanischer Münzprüfer (Coin Mech): Eine Münze läuft durch, drückt einen Mikroschalter, fertig. Braucht keinen Strom, ist billig und für MAME-Cabinets die entspannteste Wahl.
- Elektronischer Münzprüfer (Coin Acceptor): Programmierbare Prüfer wie der weit verbreitete CH-926 erkennen mehrere Münzsorten und geben pro gültiger Münze einen Impuls aus. Sie brauchen 12 Volt Gleichspannung.
Für einen reinen Heimautomaten reicht der mechanische Prüfer völlig. Den elektronischen nimmst du, wenn du wirklich mit echten Münzen kassieren willst.
Ausschnitt im Cabinet planen
Die Coin-Door sitzt meist mittig in der unteren Front, unter dem Control-Panel. Lege dir die Höhe so, dass die Rückgabeschale bequem zu erreichen ist, und dass hinter der Tür genug Tiefe frei bleibt, denn die Mechanik ragt einige Zentimeter ins Gehäuse.
Zeichne den Ausschnitt mit Bleistift an, körne die Ecken vor und bohre in jeder Ecke ein Startloch. Dann sägst du mit der Stichsäge an der Innenkante der Linie entlang. Arbeite lieber knapp und feile nach, als zu großzügig zu schneiden, denn ein zu weiter Ausschnitt lässt sich nicht mehr korrigieren. Trage bei jedem Sägeschnitt eine Schutzbrille und spanne die Platte fest ein.
MDF staubt beim Sägen enorm, also arbeite draußen oder mit Absaugung und Maske. Ist der Ausschnitt fertig, setzt du die Tür von vorne ein und verschraubst den Rahmen von innen. Bei 18 mm MDF hält das bombenfest. Sitzt die Tür sauber, prüfst du, ob sie sich ohne Klemmen öffnen und schließen lässt, bevor du die Elektrik anfasst.
Münzprüfer als Credit-Taster verkabeln
Jetzt der Kern, an dem viele grübeln, obwohl es einfacher ist als gedacht. Der Mikroschalter am Münzprüfer ist elektrisch nichts anderes als ein Arcade-Button. Er hat drei Kontakte: COM (gemeinsam), NO (normally open) und NC (normally closed). Du nutzt COM und NO. Läuft eine Münze durch, schließt der Schalter kurz und löst einen Credit aus.
Verkabelt wird er genau wie deine Buttons an den USB-Encoder. Ein Zero-Delay-USB-Encoder oder ein Ultimarc I-PAC hat einen eigenen Eingang für die Münze, auf einem I-PAC ist er ab Werk als Coin 1 auf die Taste 5 gelegt, genau die Taste, die MAME als Münzeinwurf erwartet.
So gehst du vor:
- Ein Kabel von NO am Mikroschalter zum Coin-Eingang des Encoders.
- Ein Kabel von COM zur gemeinsamen Masse (Ground) des Encoders. Beim Zero-Delay-Encoder läuft die Masse als durchgehende Leitung über alle Buttons, du hängst den Prüfer einfach mit dran.
- Beim CH-926 oder anderen elektronischen Prüfern kommt statt NO die Signal- oder COIN-Leitung an den Encoder-Eingang, und der Prüfer bekommt zusätzlich 12 Volt und Masse von deinem Netzteil.
Achte auf saubere Flachstecker (2,8 mm) statt gedrehter Litze, das erspart dir später Wackler. Wenn du unsicher bist, welcher Eingang am Encoder die Münze ist, teste vor dem endgültigen Verlegen kurz am Rechner: löst der Kontakt die Taste 5 aus, sitzt alles richtig.
Münzprüfer justieren
Ein mechanischer Prüfer ist auf eine bestimmte Münzgröße eingestellt, oft über ein kleines Stellrad oder eine Feder. Wirf ein paar Test-Token oder die vorgesehene Münze durch und prüfe, ob jeder Wurf sauber einen Credit auslöst und die Münze nicht klemmt. Ein zu streng eingestellter Prüfer verschluckt Würfe, ein zu lockerer nimmt alles an.
Beim elektronischen CH-926 läuft die Einstellung über einen Lernmodus: Du hältst die Setup-Taste, führst die gewünschte Münze mehrfach ein und speicherst das Muster. Halte dich dabei an die Anleitung des Prüfers, die Tastenfolgen unterscheiden sich je nach Firmware. Prüfe am Ende immer, ob wirklich pro Münze nur ein Credit gezählt wird und nicht versehentlich zwei.
Türbeleuchtung anschließen
Das Detail, das den Unterschied macht: Die meisten Coin-Doors haben hinter dem Münzeinwurf eine kleine Lampenfassung, die den durchscheinenden „Insert Coin“-Bereich von hinten beleuchtet. Original steckte dort eine kleine Wedge-Glühlampe (Sockel T10, je nach Automat 6,3 Volt (#555) oder 12 Volt (#194)). Die kannst du weiter nutzen, sie wird aber warm und brennt irgendwann durch.
Eleganter ist eine LED. Nimm entweder eine fertige LED-Soffitte im passenden Sockel oder eine warmweiße LED aus dem Marquee-Aufbau. Warmweiß trifft die Optik der alten Glühbirne am besten, kaltweiß wirkt schnell klinisch. Verwendest du eine nackte LED ohne eingebauten Vorwiderstand, brauchst du zwingend einen Widerstand in Reihe, sonst ist sie sofort hin.
Den Strom holst du dir von der 12-Volt-Schiene deines Arcade-Netzteils, dieselbe Leitung, die auch die Buttons oder das Marquee versorgt. Achte auf die Polung der LED, sie leuchtet nur in einer Richtung. Wichtig zur Sicherheit: Die Tür selbst und die Beleuchtung arbeiten mit ungefährlichen 12 Volt, aber das Netzteil hängt an 230 Volt. Diese Seite muss berührungssicher verbaut sein, dazu findest du alles im Netzteil-Kapitel. Schraube nie an der Verkabelung, während der Automat am Netz hängt.
Coin-Sound im Emulator aktivieren
Die Hardware wirft jetzt Credits, aber der berühmte Münz-Sound kommt aus dem Emulator. In MAME ist der Münzeinwurf ab Werk auf die Taste 5 gelegt, genau die, die dein Encoder auslöst. Der Sound selbst gehört zum jeweiligen Spiel: Viele Automaten spielen beim Einwurf ihren eigenen Ton ab, manche bleiben stumm, das lag schon am Original.
Damit du den Ton auch hörst, muss die Audioausgabe stimmen und der Emulator die richtige Eingabe auf Coin 1 mappen. Wie du die Tastenbelegung in MAME und im Frontend einrichtest, die Lautstärke justierst und Probleme mit stummen Spielen löst, beschreibe ich nicht hier, sondern ausführlich auf der Schwester-Seite mame.app. Dass der Ton am Ende aus dem Cabinet kommt, klärt der Lautsprecher-Einbau.
Wenn du magst, kannst du in manchen Frontends zusätzlich einen eigenen Coin-Sound hinterlegen, sodass es unabhängig vom Spiel immer klackt. Das ist Spielerei, aber es rundet das Gefühl ab, wenn ein Kumpel zum ersten Mal eine Münze reinwirft und der Automat antwortet, als käme er direkt aus der Spielhalle.
mame-builder ist unabhängig und sammelt Erfahrungswerte aus dem DIY-Bereich. Arbeite umsichtig mit Strom und Werkzeug und prüfe Maße und Bauteile vor dem Kauf selbst.
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