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Marquee selbst bauen und mit LED beleuchten

Marquee selbst bauen und mit LED beleuchten KI-generiert

Kurz gefasst

Ein hinterleuchtetes Marquee braucht Backlit-Folie oder Acryl plus gleichmäßig streuende LEDs, damit die Schrift nicht fleckig leuchtet.

Inhalt
  1. Aufbau eines hinterleuchteten Marquees
  2. Backlit-Folie oder Acryl wählen
  3. Grafik gestalten und drucken lassen
  4. LED-Streifen auswählen und positionieren
  5. Diffusor gegen fleckiges Licht
  6. Stromversorgung des Marquees anschließen

Das Marquee ist der Kopf deines Cabinets, der leuchtende Streifen oben, auf dem der Name steht. Genau da entscheidet sich, ob dein Automat nach echter Spielhalle aussieht oder nach Bastelkeller. Der häufigste Fehler bei Selbstbauern: ein LED-Streifen wird stumpf hinter die Grafik geklebt, und das Ergebnis ist ein Muster aus hellen Punkten und dunklen Zonen. Diese Anleitung zeigt dir, wie die Arcade-Marquee-Beleuchtung gleichmäßig gelingt: welches Material wirklich streut, welche LEDs du kaufst und wie du mit einem simplen Diffusor-Trick die Flecken loswirst.

Aufbau eines hinterleuchteten Marquees

Ein Marquee ist ein Sandwich. Von vorne nach hinten liegen: eine klare Frontscheibe (Acryl, 3 mm), darunter die bedruckte Grafik, dann eine streuende Schicht (Diffusor) und ganz hinten die LEDs, die von unten und oben in den Zwischenraum leuchten. Gehalten wird das Paket seitlich von zwei Retainer-Leisten oder direkt vom Gehäuseausschnitt mit T-Molding.

Die Maße richten sich nach deinem Cabinet. Ein klassisches Upright hat oft einen Marquee-Ausschnitt um die 600 mm Breite und 110 bis 150 mm Höhe, ein Bartop liegt eher bei 380 bis 450 mm Breite. Miss deinen Ausschnitt vor dem Bestellen exakt aus und gib dem Druck 2 bis 3 mm weniger Breite, damit die Scheibe in die Nut rutscht, ohne zu klemmen.

Entscheidend für gleichmäßiges Licht ist die Tiefe. Zwischen LED und Grafik sollten mindestens 25 bis 40 mm Platz sein. Sitzt die LED zu dicht hinter der Folie, bekommst du Hotspots. Plane den Ausschnitt also mit genug Bautiefe, oder rüste die LEDs mit etwas Abstand nach hinten versetzt ein.

Backlit-Folie oder Acryl wählen

Hier trennt sich der günstige vom robusten Weg, und beide funktionieren.

Backlit-Folie ist eine spezielle Durchlichtfolie, wie sie in Leuchtkästen steckt. Sie wird bedruckt und zwischen zwei Acrylscheiben (vorne klar, hinten opal) gelegt. Vorteil: sehr scharfe, kräftige Farben und billig. Eine bedruckte Backlit-Folie in Marquee-Größe kostet grob im Bereich von 15 bis 40 Euro, je nach Anbieter und Format. Nachteil: die Folie ist empfindlich und will geschützt zwischen Acryl liegen.

Bedrucktes Acryl (Direktdruck per UV auf eine Milchglas- oder Opalscheibe) ist stabiler und du sparst dir die zweite Scheibe. Nachteil: die Farben wirken einen Tick blasser als auf Folie, und bei starker Hinterleuchtung siehst du manchmal die Drucktextur.

Mein Standard-Aufbau: vorne 3 mm klares Acryl, dann die Backlit-Folie, dahinter eine opale Acrylscheibe (milchig weiß, zum Beispiel Plexiglas in der Sorte Opal/WH als Diffusor). Das opale Acryl streut das Licht und schützt die Folie gleichzeitig von hinten.

Grafik gestalten und drucken lassen

Die Grafik legst du in der Endgröße plus 3 mm Beschnitt an jeder Kante an. Arbeite mit Vektoren, wo es geht, und bei Pixelbildern mit mindestens 300 dpi in der realen Größe. Farbmodus CMYK, sonst überrascht dich der Druck.

Ein Punkt, den viele vergessen: Grafiken für Durchlicht dürfen etwas kräftiger und dunkler wirken als am Monitor, weil das Licht von hinten alles aufhellt. Schwarze Flächen bleiben schön dunkel, helle Bereiche strahlen. Sehr feine Linien in Schwarz auf hellem Grund können bei starker Hinterleuchtung ausbleichen, mach sie also nicht zu dünn.

Zum Drucken gehst du zu einem Werbetechnik- oder Onlinedruck-Anbieter und bestellst ausdrücklich „Backlit-Folie“ oder „Leuchtkastenfolie“, nicht normales Fotopapier. Sag die exakten Maße und lass dir bei Unsicherheit vorher ein Muster oder einen Proof geben. Ein lokaler Beschrifter druckt oft auch Einzelstücke günstig.

LED-Streifen auswählen und positionieren

Nimm einen 12-V-LED-Streifen, das ist im Cabinet am einfachsten zu versorgen. Wichtiger als der Preis ist die Dichte: kauf mindestens 60 LEDs pro Meter, besser 120 LEDs pro Meter. Je dichter die LEDs sitzen, desto weniger einzelne Lichtpunkte zeichnen sich später ab. Achte auf einen ordentlichen Farbwiedergabewert (CRI über 90), sonst wirken die Farben deiner Grafik flau.

Bei der Lichtfarbe hast du die Wahl. Warmweiß (etwa 3000 K) gibt den klassischen, gemütlichen Spielhallen-Look. Neutralweiß bis Kaltweiß (4000 bis 6000 K) lässt Weißtöne und knallige Farben frischer wirken. Für ein Retro-Cabinet nehme ich meist warmweiß, für moderne Grafiken neutralweiß.

Bei der Position machen die meisten den Fehler, den Streifen flach mittig hinter die Grafik zu kleben. Besser: montiere je einen Streifen oben und unten am Rand des Ausschnitts, sodass sie in den Zwischenraum hinein leuchten und sich die Lichtkegel in der Mitte überlappen. Bei einem sehr breiten Marquee kannst du zusätzlich links und rechts einen kurzen Streifen setzen. Streiche die Innenwände des Ausschnitts weiß, dann bounct das Licht und füllt die Ränder. Für Wärmeabfuhr reicht bei diesen kleinen Leistungen ein einfaches Aluprofil oder gar keins, ein Marquee mit einem Meter Streifen zieht nur wenige Watt.

Diffusor gegen fleckiges Licht

Der eigentliche Trick gegen fleckiges Licht ist die Kombination aus Abstand und Streuschicht. Selbst der beste LED-Streifen zeigt ohne Diffusor eine Punktreihe.

  • Opale Acrylscheibe hinter der Grafik: die sauberste Lösung, milchig weißes Acryl mit rund 30 bis 50 Prozent Lichtdurchlass streut die Punkte weich.
  • Diffusorfolie: eine dünne matte Streufolie, die du zusätzlich einlegen kannst, wenn eine Schicht nicht reicht.
  • Der Bastel-Test: leg vor der finalen Montage ein Blatt Backpapier oder Transparentpapier zwischen LED und Grafik und schalt das Licht an. Siehst du damit gleichmäßiges Licht, weißt du, dass eine richtige Diffusorschicht funktioniert. Sind trotzdem Streifen zu sehen, brauchst du mehr Abstand oder mehr LED-Dichte.

Faustregel: doppelte Streuung schlägt einzelne Helligkeit. Lieber eine opale Scheibe plus etwas Abstand als ein extrem heller Streifen direkt hinter der Folie. Wenn du die Innenwände zusätzlich weiß streichst und die LEDs indirekt gegen die Rückwand richtest, wird es noch ruhiger im Licht, kostet aber etwas Helligkeit.

Stromversorgung des Marquees anschließen

Die 12-V-Streifen versorgst du am einfachsten vom zentralen Netzteil deines Cabinets mit, statt ein zweites Steckernetzteil einzubauen. Wie du ein sauberes 12-V-Netzteil (zum Beispiel ein gekapseltes Meanwell-Modell) auslegst und absicherst, steht in der Anleitung zu Netzteil und Stromversorgung. Rechne die Leistung deiner Streifen zusammen (Watt pro Meter mal Länge) und lass beim Netzteil Reserve.

Setz einen kleinen Schalter oder eine Sicherung in die 12-V-Leitung des Marquees, dann kannst du das Licht separat trennen. Willst du das Marquee zusammen mit einem Coin-Event blinken lassen, findest du die passende Verdrahtung des Münzeinwurfs unter Coin Door einbauen.

Ein ehrliches Wort zur Sicherheit: alles, was mit 12 V hinter dem Netzteil läuft, ist ungefährlich und darfst du frei verdrahten. Die 230-V-Seite ist es nicht. Netzspannung gehört in ein gekapseltes Netzteil mit ordentlicher Zugentlastung und Absicherung, offene 230-V-Kabel neben MDF und Lötzinn sind tabu. Wenn du dir bei der Netzseite unsicher bist, lass diesen Teil von jemandem mit Elektro-Erfahrung prüfen.

Steht das Marquee, geht es an Side-Art und Bespannung, damit das ganze Cabinet aus einem Guss wirkt, siehe Vinyl-Bespannung und Side-Art. Und wenn die Hardware leuchtet und läuft, kümmerst du dich um das Software- und Emulations-Setup auf der Schwester-Site mame.app. Inspiration und geteilte Marquee-Vorlagen findest du außerdem in der Community rund um das BYOAC-Forum (Build Your Own Arcade Controls).

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mame-builder ist unabhängig und sammelt Erfahrungswerte aus dem DIY-Bereich. Arbeite umsichtig mit Strom und Werkzeug und prüfe Maße und Bauteile vor dem Kauf selbst.


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