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Control-Panel bauen: Layout und Button-Löcher

11. März 2025 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gefasst

Ein gutes Control-Panel steht und fällt mit dem Button-Abstand, und die gängigen Layouts wie Astro City sind erprobte Vorlagen zum Übernehmen.

Inhalt
  1. Wie groß und wie geneigt das Panel sein muss
  2. Standard-Layouts Astro City und Vewlix im Vergleich
  3. Button-Abstände und Joystick-Position in mm
  4. Ein- oder Zweispieler-Panel planen
  5. Löcher anzeichnen und ausrissfrei bohren
  6. Panel schützen mit Plexiglas oder Overlay

Das Control-Panel ist das einzige Bauteil deines Automaten, das du bei jeder einzelnen Partie in der Hand hast. Ein Monitor mit ein paar Zentimetern Spiel merkt keiner, aber wenn der Feuerknopf einen Zentimeter zu weit weg sitzt, fällt es dir bei jedem Shoryuken auf. Deshalb lohnt es sich, die Anordnung vor dem ersten Bohrloch komplett auf Papier zu bringen. Beim arcade control panel layout, wie es die Bau-Community nennt, geht es genau darum: Joystick und Buttons so zu setzen, dass die Hand entspannt liegt. In dieser Anleitung bekommst du echte Millimeterwerte für eine Anordnung, die seit Jahrzehnten in Spielhallen funktioniert, plus eine Methode, um dir daraus eine passgenaue Bohrschablone zu drucken.

Wie groß und wie geneigt das Panel sein muss

Bevor Löcher ins Spiel kommen, brauchst du die Grundfläche. Für einen Upright reicht eine nutzbare Tiefe von etwa 200 mm völlig aus, damit Joystick und die hintere Buttonreihe Platz haben, ohne dass du dich verrenkst. Die Breite hängt davon ab, ob ein oder zwei Spieler dranstehen, dazu unten mehr.

Wichtiger als die reinen Maße ist die Neigung. Ein waagerechtes Panel ermüdet das Handgelenk, weil du die Hand dauerhaft abknicken musst. Bewährt haben sich 8 bis 12 Grad Neigung zum Spieler hin. Steiler als 15 Grad rutschen dir Getränk und Kleingeld runter, flacher als 5 Grad spürst du kaum einen Unterschied zur Platte. Die Oberkante des Panels landet bei einem klassischen Upright etwa 90 bis 100 cm über dem Boden, also ungefähr auf Höhe deiner locker hängenden Hände. Die genauen Gehrungswinkel für die Seitenteile bekommst du aus dem Bauplan, das Panel selbst schneidest du am saubersten nach der Methode aus dem MDF-Zuschnitt.

Standard-Layouts Astro City und Vewlix im Vergleich

Du musst das Rad nicht neu erfinden. Die japanischen Spielhallenmöbel haben zwei Anordnungen etabliert, die Millionen Spieler in den Fingern haben.

Das Sega-Astro-City-Layout ordnet die sechs Buttons in zwei Reihen an, die einem leichten Bogen nach unten folgen. Die Hand liegt entspannt schräg auf, Daumen und kleiner Finger reichen die äußeren Knöpfe bequem. Das ist die Referenz für Fighting Games und der Grund, warum viele Bauer genau dieses Muster übernehmen.

Das Vewlix-Layout von Taito ist die etwas flachere, modernere Variante. Die Reihen sind weniger gekrümmt und wirken auf breiten Händen einen Tick natürlicher. Beide Layouts arbeiten mit 30-mm-Buttons und ähnlichen Abständen, der Unterschied steckt nur in der Krümmung der oberen Reihe.

Wer es simpel mag, baut die Sega-6 als geraden Raster, zwei Reihen zu je drei Knöpfen ohne Bogen, die obere Reihe leicht nach rechts versetzt. Das ist am einfachsten anzuzeichnen und spielt sich für Einsteiger völlig ausreichend. Die exakten 1:1-Vorlagen für Astro City und Vewlix gibt es fertig zum Ausdrucken bei Slagcoin, der seit Jahren gepflegten Referenz der Bau-Community.

Button-Abstände und Joystick-Position in mm

Jetzt zu den harten Zahlen. Diese Werte gelten für die verbreiteten japanischen Snap-in-Buttons von Sanwa (OBSF-30) und Seimitsu (PS-14):

  • Bohrloch je Button: 30 mm für Sanwa und Seimitsu Snap-in, 28 mm (1 1/8 Zoll) für amerikanische Happ- oder IL-Buttons
  • Abstand von Buttonmitte zu Buttonmitte innerhalb einer Reihe: 36 mm
  • Vertikaler Abstand zwischen den beiden Reihen: 36 mm, obere Reihe zusätzlich etwa 9 mm nach rechts versetzt
  • Bohrloch für die Sanwa-JLF-Welle: rund 24 mm für Welle und Staubscheibe, dazu die vier Schrauben der Montageplatte
  • Abstand Joystick-Mitte zur nächsten Buttonmitte: etwa 90 bis 110 mm, so kollidieren linke und rechte Hand nicht

Ein Punkt kostet Anfänger reihenweise Nerven: Der Sanwa JLF ist für dünne Metallplatten von 10 bis 16 mm gedacht. Auf 18 oder 19 mm MDF sitzt die Welle zu tief, der Hebelweg fühlt sich schwammig an und die Kugel steht kaum über der Platte. Die Lösung ist, den Bereich unter dem Joystick von der Rückseite auf etwa 10 mm auszufräsen (Aussparung mit der Oberfräse) oder eine passende Montageplatte mit Distanz zu verwenden. Plane diese Vertiefung ein, bevor du die Löcher bohrst, sonst darfst du nachträglich blind unter dem verkabelten Stick fräsen.

Ein- oder Zweispieler-Panel planen

Für ein Einspieler-Panel setzt du einen Joystick links und die Sechserbuttongruppe rechts daneben. Damit bist du bei einer Panelbreite von etwa 350 bis 450 mm gut bedient, der Rest ist Rand und Optik.

Zwei Spieler brauchen mehr als die doppelte Fläche, weil zwischen den Gruppen Luft muss. Rechne pro Spielerblock rund 250 mm und lass in der Mitte mindestens 100 mm frei, damit sich die Ellbogen nicht ins Gehege kommen. Unterm Strich landest du bei 650 bis 750 mm Gesamtbreite. Vergiss die Admin-Buttons nicht: ein bis zwei Start-Buttons pro Spieler (24 mm ist hier üblich, kleiner als die Action-Buttons) sowie Credit und eventuell ein Menü-Knopf finden meist in einer schmalen Reihe oben oder an der oberen Blende Platz.

Ein ehrlicher Tipp: Baue nicht mehr Spieler, als du wirklich nutzt. Ein Zweispieler-Panel ist deutlich breiter, schwerer und teurer in der Bestückung, und wenn du zu 90 Prozent allein zockst, steht die halbe Fläche nur im Weg. Für Vier-Spieler-Beat-em-ups gibt es Sonderfälle, aber die sprengen jedes normale Cabinet-Maß.

Löcher anzeichnen und ausrissfrei bohren

Sobald das Layout steht, druckst du es als Schablone. Öffne deine Vorlage und drucke sie bei exakt 100 Prozent Skalierung, also mit ausgeschalteter Option „An Seite anpassen“. Prüfe danach mit dem Lineal, ob eine bekannte Strecke auf dem Ausdruck wirklich stimmt, zum Beispiel die 36 mm zwischen zwei Buttonmitten. Weicht sie ab, hat der Drucker skaliert und du druckst neu, bevor du weiterarbeitest. Bei großen Panels musst du die Schablone eventuell aus mehreren A4-Blättern zusammenkleben, dann ist das Nachmessen doppelt wichtig.

Die geprüfte Schablone klebst du mit Sprühkleber mittig aufs Panel und körnst jeden Lochmittelpunkt an. Dieser kleine Punkt mit dem Körner verhindert, dass der Bohrer beim Ansetzen wandert.

Zum Bohren der 30-mm-Löcher greifst du zum Forstnerbohrer, nicht zum Stufenbohrer. Der Forstner hinterlässt in MDF eine saubere, senkrechte Wand, während der Stufenbohrer trichtert und ausfranst. So arbeitest du ausrissfrei:

  • Wenn möglich Ständerbohrmaschine nutzen, damit die Löcher senkrecht werden
  • Eine Opferplatte unter das Panel legen, dann bricht die Rückseite nicht aus (der gefürchtete Ausriss)
  • Alternativ von der Guten Seite bohren, bis die Zentrierspitze des Forstners durchtritt, dann umdrehen und von hinten fertigbohren
  • Langsame Drehzahl, gleichmäßiger Vorschub, MDF-Staub ist fein, also mit Maske und Absaugung arbeiten

Der Joystick braucht neben dem 24-mm-Wellenloch noch die vier Schraublöcher der Montageplatte, die du am genauesten mit dem Stick selbst als Bohrlehre anzeichnest. Wie danach alles zusammengelötet und an den Encoder gehängt wird, steht in Buttons und Joystick verkabeln. Das Emulator- und Frontend-Setup dahinter erklärt unsere Schwester-Seite mame.app.

Panel schützen mit Plexiglas oder Overlay

Nacktes MDF wird an den Handballen speckig und nimmt jeden Kratzer mit. Zwei Wege schützen die Oberfläche.

Ein Vinyl-Overlay ist eine bedruckte, selbstklebende Folie, die du blasenfrei aufziehst und mit einem Cutter an den Buttonlöchern ausschneidest. Günstig, dünn und schnell, aber die Löcher musst du sehr sauber schneiden, sonst zieht sich der Rand später hoch.

Die haltbarere Variante ist eine 3 mm starke Platte aus Polycarbonat oder Acryl über dem Artwork. Sie schützt den Druck darunter und lässt sich abwischen. Du bohrst die 30-mm-Löcher deckungsgleich zum Panel, und hier ist Vorsicht geboten: Acryl neigt zum Reißen. Bohre mit niedriger Drehzahl, ohne Druck, und lege auch hier eine Opferplatte unter. Polycarbonat verzeiht mehr als Acryl, kostet aber etwas mehr. Klebe die Schutzfolie auf der Platte bis zum letzten Moment nicht ab, dann bleibt sie beim Bohren kratzerfrei.

Rechne für ein bestücktes Einspieler-Panel grob mit dem Preis von acht Buttons, einem Joystick, dem USB-Encoder und der Deckplatte zusammen, das bewegt sich im mittleren zweistelligen Bereich, je nach Marke auch darüber. Sanwa und Seimitsu spielen sich hochwertiger als No-Name-Teile, für den Einstieg tun es aber auch die günstigen Komplettsets mit Zero-Delay-Encoder problemlos. Weiterführende Bauinfos und Vorlagen findest du außerdem im BYOAC-Forum und bei Encoder-Herstellern wie Ultimarc.

Control PanelButton LayoutBohrschabloneSanwaArcade Bauanleitung

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