mame-builder

MDF für den Arcade-Automat richtig zuschneiden

08. Oktober 2024 · 7 Min. Lesezeit

Kurz gefasst

18 mm MDF ist Standard für Cabinets, und der günstigste Weg zu sauberen Teilen ist der Plattenzuschnitt im Baumarkt nach fertiger Schnittliste.

Inhalt
  1. Warum MDF und welche Stärke
  2. MDF gegen Multiplex kurz abgewogen
  3. Schnittliste für den Baumarkt vorbereiten
  4. Rundungen sauber mit Schablone und Oberfräse
  5. Button-Löcher ausrissfrei bohren
  6. Kanten versiegeln vor Lack oder Folie
  7. Sicherheit und Werkzeug

Beim arcade automat mdf zuschnitt entscheidet sich schon vor dem ersten Schraubenkauf, ob dein Automat später sauber aussieht oder krumm im Wohnzimmer steht. Die beiden Seitenteile sind das Rückgrat vom Cabinet, und wenn die nicht deckungsgleich sind, zieht sich der Fehler durch den ganzen Bau. Gute Nachricht: MDF ist genau deshalb so beliebt bei Cabinet-Buildern, weil es billig, absolut plan und kinderleicht zu fräsen ist. Hier bekommst du konkrete Stärken in Millimeter, Baumarkt-Tricks und die Schablonen-Methode für Rundungen, an der Anfänger sonst verzweifeln.

Warum MDF und welche Stärke

MDF (mitteldichte Faserplatte) hat keine Maserung, keine Astlöcher und keine Hohlräume. Du kannst es in jede Richtung sägen und fräsen, und die Kante bleibt glatt genug, um sie direkt zu lackieren oder mit Folie zu bekleben. Für die tragenden Teile vom Automaten ist 18 mm der Standard. Das ist stabil genug für Seitenwände, Boden und Bedienpanel, und es passt zum gängigen T-Molding, das für Materialstärken um 18 bis 19 mm gemacht ist.

Nicht jedes Teil braucht 18 mm. Eine grobe Faustregel aus der Praxis:

  • 18 mm: Seitenteile, Boden, Bedienpanel (Control Panel), Frontblende
  • 12 mm: Zwischenböden, Lautsprecherbrett, Marquee-Halter
  • 6 bis 9 mm: abnehmbare Rückwand, wo Gewicht spart und niemand draufdrückt

Wenn du überlegst, ob ein Bartop oder ein stehender Automat der richtige Einstieg ist, schau dir vorher die Baupläne an: der Bartop-Automat zum Selberbauen kommt mit weniger und kleineren Platten aus, der Upright-Cabinet-Bauplan braucht große 18-mm-Seitenteile und entsprechend mehr Material.

MDF gegen Multiplex kurz abgewogen

Die Frage kommt in jedem Forum. Multiplex (Birke-Sperrholz) ist leichter, hält Schrauben in der Kante deutlich besser und verzeiht Feuchtigkeit eher. Dafür zahlst du mehr, siehst die Maserung durch dünne Farbe durch, und du musst kleine Fugen an den Kanten spachteln, bevor eine Lackierung wirklich glatt wird.

MDF ist billiger, spiegelglatt und nimmt Farbe und Folie ohne Vorarbeit an. Die Schattenseiten solltest du kennen: Es ist schwer (ein 18-mm-Seitenteil für einen Upright wiegt ordentlich), es quillt auf, sobald Wasser an eine unversiegelte Kante kommt, und der Feinstaub beim Sägen ist unangenehm. Schrauben halten in der Stirnkante schlecht, deshalb immer vorbohren, grobe Spanplattenschrauben nehmen und nicht mit Gewalt überdrehen. Für ein Cabinet, das trocken im Zimmer steht und lackiert oder foliert wird, ist MDF für die meisten Builder die richtige Wahl. Wer das Teil oft transportiert oder in den Keller stellt, greift eher zu Multiplex.

Schnittliste für den Baumarkt vorbereiten

Der billigste und genaueste Weg zu geraden Platten führt über die Plattensäge im Baumarkt. Die Maschine schneidet rechtwinklig und maßhaltig, besser als die meisten das mit der Handkreissäge hinbekommen. Voraussetzung ist eine fertige, nummerierte Schnittliste in Millimeter.

So bereitest du sie vor:

  1. Alle Teile aus dem Bauplan auflisten, mit Länge x Breite in mm, Stückzahl und Materialstärke. Nummeriere jedes Teil, damit du zu Hause nicht rätselst.
  2. Verschnitt einplanen. Die Standardplatte misst grob 2800 x 2070 mm. Zeichne deine Teile grob darauf ein, damit alles auf eine oder zwei Platten passt.
  3. Gute Seite markieren. MDF hat zwar keine Maserung, aber ein Sägeblatt reißt auf der Austrittsseite eher aus. Sag dazu, welche Fläche außen sichtbar wird.
  4. Paarweise Teile zusammen denken. Die zwei Seitenteile müssen identisch sein. Lass sie so schneiden, dass du sie später stapeln und gemeinsam fräsen kannst, dann sind sie garantiert deckungsgleich.

Rechne mit einer kleinen Gebühr pro Schnitt, meist im Cent- bis niedrigen Euro-Bereich, die ersten Schnitte sind oft kostenlos. Die Toleranz liegt häufig bei etwa einem Millimeter. Wo es exakt sein muss, lass lieber ein paar Millimeter Übermaß schneiden und bring die Endkontur zu Hause per Schablone auf Maß. Nimm dir außerdem die Restplatten mit, aus denen baust du deine Schablonen und Testschnitte.

Rundungen sauber mit Schablone und Oberfräse

Runde Ecken sind das, woran freihändig gesägte Cabinets scheitern. Mit der Stichsäge freihändig eine Kurve zu treffen und dann noch das zweite Seitenteil identisch, klappt fast nie. Die Lösung ist eine Schablone plus Oberfräse mit Bündigfräser (Kopierfräser mit Anlaufring).

So gehst du vor:

  1. Schablone bauen. Nimm ein Stück 6-mm-MDF oder Hartfaser. Den Radius zeichnest du mit dem Zirkel oder du legst einen runden Gegenstand an, zum Beispiel einen Farbeimer. Grob mit der Stichsäge ausschneiden.
  2. Schablone perfekt schleifen. Genau hier entsteht die Qualität. Schleife exakt auf die Linie, die Kante muss handglatt sein, denn jede Delle überträgt der Fräser 1:1 auf alle Teile.
  3. Werkstück grob vorsägen. Schablone aufs 18-mm-Teil legen, Kontur anzeichnen, mit der Stichsäge etwa 2 bis 3 mm neben der Linie grob wegsägen. Der Fräser soll nur wenig Material abtragen.
  4. Schablone fixieren mit doppelseitigem Klebeband oder Schraubzwingen und dann mit dem Bündigfräser die Kante fräsen. Der Anlaufring läuft an der Schablone, der Fräser bringt das MDF exakt auf die gleiche Form.

Der große Vorteil: Beide Seitenteile stapelst du und fräst sie in einem Rutsch mit derselben Schablone, dann sind sie garantiert spiegelbildlich gleich. Ein Detail nicht vergessen: Mach die Rundungen nicht zu eng. Ist der Radius zu klein, knickt das T-Molding beim Einschlagen, statt sich sauber zu biegen. Ecken mit etwa 20 mm Radius aufwärts lassen sich problemlos umlegen. Wie du das T-Molding danach in die Nut treibst, steht in der eigenen Anleitung.

Button-Löcher ausrissfrei bohren

Für Buttons und Joysticks brauchst du saubere runde Löcher. Das richtige Werkzeug dafür ist der Forstnerbohrer, der ein glattes, maßhaltiges Loch stanzt. Standard-Arcade-Buttons von Sanwa (zum Beispiel OBSF-30) und Seimitsu haben 30 mm Durchmesser und wollen ein 30-mm-Loch. Für den Joystick sitzt in der Mitte ein größeres Loch für Welle und Staubscheibe, das genaue Maß nimmst du aus dem Datenblatt deines Sticks.

Zwei Dinge machen den Unterschied zwischen sauber und ausgerissen:

  • Von der Sichtseite bohren und ein Opferbrett unterlegen. Der Forstner reißt auf der Austrittsseite aus, wenn dahinter Luft ist. Ein festgeklemmtes Restholz unter dem Panel verhindert das. Alternativ bohrst du, bis die Zentrierspitze durchkommt, und stellst dann den Bohrer von der Rückseite an.
  • Ständerbohrmaschine und moderate Drehzahl. Freihändig eiert das Loch schnell. Scharfer Bohrer, ruhige Drehzahl, gleichmäßiger Vorschub.

Ein Punkt, den Anfänger übersehen: Sanwa-Snap-in-Buttons sind für dünne Panels gemacht, ungefähr im Bereich weniger Millimeter. In 18 mm MDF halten die Rasthaken nicht. Entweder fräst du den Bereich von unten dünner, oder du nimmst die Schraub-Version (screw-in) mit Kontermutter. Die genaue Anordnung der Buttons planst du besser vorher am Control Panel, bevor du das erste Loch bohrst, denn ein falsch gesetztes Loch bekommst du in MDF nicht mehr korrigiert. Gute, maßhaltige Lochabstände findest du in den Layout-Vorlagen auf slagcoin.com, einer festen Größe in der Arcade-Szene.

Kanten versiegeln vor Lack oder Folie

Die Fläche von MDF ist glatt, die geschnittene Kante saugt dagegen wie ein Schwamm. Lackierst du direkt drauf, sieht die Kante rau und fleckig aus, und Feuchtigkeit lässt sie aufquellen. Deshalb versiegelst du jede sichtbare Schnittkante, bevor Farbe oder Folie drankommt.

In der Praxis funktioniert das so: Kanten leicht anschleifen, dann eine dünne Schicht verdünnten Holzleim oder einen speziellen MDF-Kantenfüller auftragen, trocknen lassen, fein schleifen und den Vorgang ein- bis zweimal wiederholen. Danach grundieren (Filler-Primer aus der Dose reicht) und wieder schleifen. Erst dann kommt der Decklack. Wer die Seiten mit Vinyl beklebt, versiegelt trotzdem die sichtbaren Kanten, weil das T-Molding nicht jede Fläche abdeckt. Wie du die Seitenteile danach folierst, steht in der Anleitung zur Bespannung, und für die Deko am Cocktail-Automaten mit seiner liegenden Glasplatte gelten dieselben Kanten-Regeln.

Sicherheit und Werkzeug

MDF-Staub ist fein und enthält Bindemittel, das gehört nicht in die Lunge. Trag beim Sägen, Fräsen und Schleifen eine Staubmaske (mindestens FFP2), Schutzbrille und arbeite mit Absaugung oder im Freien. Bei Stichsäge, Kreissäge und Oberfräse gilt: Werkstück mit Schraubzwingen fixieren, keine lose Kleidung, Schutzhauben dranlassen und die Hände weg von der Schnittlinie.

Der Zuschnitt ist reine Holzarbeit und kommt ohne Netzspannung im Gehäuse aus. Sobald es an Netzteil und Verkabelung geht, ist das eine andere Nummer, dann gelten die Sicherheitsregeln für 230 Volt, die in den Elektronik-Anleitungen stehen. Und wenn die Kiste fertig gebaut ist, findest du das komplette Software- und Emulations-Setup auf unserer Schwester-Seite mame.app, von der Frontend-Einrichtung bis zu den Emulator-Einstellungen.

MDFZuschnittWerkzeugOberfräseBartop

mame-builder ist unabhängig und sammelt Erfahrungswerte aus dem DIY-Bereich. Arbeite umsichtig mit Strom und Werkzeug und prüfe Maße und Bauteile vor dem Kauf selbst.


Passende Anleitungen