KI-generiert
Kurz gefasst
Ein Bartop ist der schnellste und günstigste Einstieg in den Arcade-Eigenbau und in einem Wochenende plus Elektronik-Feinschliff realisierbar.
Inhalt
Ein Bartop passt auf den Küchentisch oder die Werkbank, wiegt fertig selten mehr als 20 Kilo und lässt sich komplett mit Handwerkzeug bauen. Für dein erstes Cabinet ist das der unkomplizierteste Einstieg, weil du an einem überschaubaren Objekt einmal alle Gewerke durchspielst: Holz zuschneiden, verleimen, Elektronik einsetzen, Software aufspielen. Diese Anleitung führt dich einmal komplett durch, mit echten Maßen, realistischen Kosten und den Stellen, an denen Anfänger regelmäßig Zeit und Nerven verlieren.
Was ist ein Bartop und für wen lohnt er sich
Ein Bartop ist ein Aufsatz-Automat ohne Standfüße, gedacht für die Tischplatte oder eine niedrige Kommode. Er hat die klassische Automaten-Silhouette (geneigtes Bedienfeld, aufrechter Bildschirm, Marquee oben), aber in halber Höhe. Damit brauchst du weniger Material, weniger Platz und keinen Transporter für den Umzug.
Der Upright zum Davorstehen und der Cocktail-Tisch zum Sitzen sehen imposanter aus, kosten aber mehr Holz, mehr Stunden und verlangen einen größeren Monitor. Wenn du zum ersten Mal ein Cabinet baust, ist der Bartop die richtige Wahl: klein genug, um Fehler günstig zu machen, und vollwertig genug, dass am Ende ein echter Automat auf dem Tisch steht.
Werkzeug und Materialliste im Überblick
Du kommst mit einer gut sortierten Heimwerker-Grundausstattung aus. Eine Oberfräse ist der einzige Posten, den viele erst dafür anschaffen, und den brauchst du nur für die T-Molding-Nut.
- Werkzeug: Stichsäge oder Handkreissäge, Oberfräse mit Nutfräser für das T-Molding, Akkuschrauber, mehrere Schraubzwingen, Lochsäge oder Forstnerbohrer (24 mm und 30 mm für Buttons), Exzenterschleifer, Winkel und Bandmaß.
- Holz: MDF in 18 mm für Seitenteile und tragende Flächen, dazu ein Rest in 12 mm für Blenden. MDF ist günstig, absolut gerade und lässt sich sauber fräsen. Details zum Materialkauf und zur Plattenaufteilung findest du unter MDF sägen und zuschneiden.
- Bedienung: ein Joystick und sechs bis acht Buttons pro Spieler von Sanwa oder Seimitsu, plus einen Zero-Delay-USB-Encoder oder ein I-PAC von Ultimarc als Anschluss an den Rechner.
- Bild und Rechner: ein LCD-Monitor mit 19 bis 24 Zoll und ein Mini-PC oder ein Raspberry Pi.
- Rest: Holzleim, T-Molding (18 mm bzw. 3/4 Zoll passend zur 18-mm-Platte), eine Plexiglasscheibe fürs Bedienfeld, Spanplattenschrauben, Kabelbinder.
Maße und Bauplan verstehen
Das Herzstück jedes Bauplans sind die zwei Seitenteile. Sie geben die komplette Form vor, alle anderen Platten sind nur gerade Verbindungsstücke dazwischen. Ein typischer Bartop ist rund 45 bis 55 cm breit, etwa 55 bis 60 cm hoch und ungefähr 45 cm tief. Diese Innenbreite richtet sich nach deinem Monitor: miss die Scheibe, rechne links und rechts je 2 cm Rand dazu, und das ist deine lichte Weite zwischen den Seitenteilen.
Das Bedienfeld steht nicht waagerecht, sondern mit etwa 10 bis 15 Grad Neigung zum Spieler, damit die Handgelenke locker liegen. Der Monitor sitzt fast senkrecht, leicht nach hinten gekippt. Zeichne das eine Seitenteil im Maßstab 1:1 auf Papier oder direkt auf die Platte, bevor du sägst. Diese eine Schablone entscheidet, ob am Ende alles im Winkel steht.
Gehäuse zuschneiden und verleimen
Säge zuerst ein Seitenteil sauber aus, schleife die Kanten, und nutze es als Schablone für das zweite. So werden beide garantiert identisch, was für einen geraden Kasten entscheidend ist. Danach folgen die geraden Platten: Boden, Rückwand, Bedienfeld, Monitorblende und die Marquee-Fläche oben.
Verleimt wird beim Bartop meist stumpf. Du gibst Holzleim auf die Stirnkante, setzt die Platte zwischen die Seitenteile und ziehst alles mit Schraubzwingen zusammen. Ein paar Spanplattenschrauben von außen halten die Verbindung, während der Leim aushärtet. Wer es unsichtbar mag, verdübelt statt zu schrauben, was aber deutlich mehr Präzision verlangt. Für den ersten Bau sind sichtbare Schrauben völlig in Ordnung, du kaschierst sie später mit T-Molding und Bespannung.
Sicherheitshinweis: Stichsäge und Oberfräse ziehen dir bei einem Griff in die laufende Klinge oder den Fräser böse Verletzungen zu. Spanne das Werkstück immer fest, arbeite mit Schutzbrille, und MDF-Staub ist gesundheitsschädlich, also mit Absaugung oder Maske und danach lüften. Die häufigsten Anfängerfehler hier: die Seitenteile nicht als Paar geschnitten (der Kasten steht schief) und beim Verleimen zu wenige Zwingen (die Fugen klaffen).
Control-Panel, Monitor und Elektronik einsetzen
Jetzt wird aus dem Möbelstück ein Automat. Lege zuerst das Button-Layout auf Papier fest, das gängige Muster ist eine leicht gebogene Reihe aus sechs Buttons pro Spieler, wie es die meisten Kampf- und Automatenspiele erwarten. Bohre die Löcher mit 24 mm für 24er-Buttons oder 30 mm für die verbreiteten 30er-Buttons, dazu die passende Aufnahme für den Joystick von unten. Sanwa-Teile rasten sauber ein und fühlen sich sofort nach Spielhalle an.
Die Verkabelung ist unkritischer, als sie aussieht: Jeder Button und jede Joystick-Richtung geht mit zwei Flachsteckern an den USB-Encoder, der sich am Rechner als Gamepad meldet. Wie du sauber und ohne Wackler verdrahtest, steht Schritt für Schritt unter Buttons und Joystick verkabeln. Den Monitor setzt du hinter die Blende und fixierst ihn mit Winkeln oder einer aufgeschraubten Leiste, davor kommt die Plexiglasscheibe. Ob du dafür ein günstiges LCD nimmst oder für den echten Retro-Look eine Röhre suchst, klärt Monitor: LCD oder CRT.
Sicherheitshinweis zur Netzspannung: Der einzige Punkt mit 230 Volt ist die Stromversorgung von PC und Monitor. Lass diese Geräte in ihrem originalen Gehäuse und mit ihren originalen Steckern, führe die 230-Volt-Zuleitung nur über eine feste Steckdosenleiste oder einen Kaltgerätestecker ins Cabinet, und lege niemals blanke Netzadern frei. An offener Netzspannung zu basteln ist lebensgefährlich, und im Zweifel gehört das in die Hände einer Elektrofachkraft.
Software aufspielen und erster Testlauf
Steht die Hardware, spielst du das System auf. Auf einem Mini-PC läuft Windows oder Linux, auf dem Raspberry Pi eine fertige Distribution. Darauf kommt der Emulator MAME (das offizielle Projekt findest du unter mamedev.org) und ein Frontend, das dir die Spiele als Grafik-Menü zeigt, damit du im Wohnzimmer keine Tastatur brauchst. Das komplette Emulations-Setup, von der MAME-Konfiguration bis zum Frontend, behandelt ausführlich unsere Schwester-Seite mame.app.
Wie du Frontend, Steuerung und Autostart auf dem Cabinet einrichtest, damit der Automat nach dem Einschalten direkt im Spielemenü landet, steht unter MAME-Frontend einrichten. Für den ersten Testlauf reicht ein einzelnes Spiel: Encoder anstecken, im Emulator jede Taste einmal zuordnen, jeden Button und jede Richtung durchdrücken. Fällt ein Eingang aus, sitzt fast immer ein Flachstecker locker, was du in zwei Minuten behebst.
Realistische Kosten und Zeitaufwand
Rechne für einen soliden ersten Bartop grob mit einem mittleren dreistelligen Betrag, je nachdem, was du schon im Haus hast. Die folgenden Spannen sind grobe Orientierung und keine Tagespreise, dein Endpreis hängt stark von Gebrauchtkäufen und deiner Teilewahl ab.
| Posten | grober Rahmen |
|---|---|
| MDF-Platten und Leim | rund 20 bis 50 Euro |
| Buttons, Joystick, USB-Encoder | rund 60 bis 130 Euro für ein komplettes Sanwa-Set mit Encoder |
| LCD-Monitor (gebraucht) | rund 20 bis 60 Euro |
| Mini-PC oder Raspberry Pi | von etwa 50 Euro für einen Pi bis mehrere Hundert für einen Mini-PC |
| T-Molding, Plexiglas, Schrauben | rund 20 bis 50 Euro |
Zeitlich gilt folgende Faustregel: Das Gehäuse zuschneiden und verleimen schaffst du an einem konzentrierten Wochenende, sofern die Säge bereitliegt und du dir die Schablone vorher sauber gezeichnet hast. Elektronik verkabeln, Software einrichten und alles feinjustieren ziehen sich dann noch über ein paar Abende. Wer schneller fertig sein will, kauft einen fertigen MDF-Bausatz und spart den Zuschnitt, lernt dabei aber weniger. Der teuerste Fehler ist Ungeduld beim Bedienfeld: Miss das Button-Layout doppelt, denn ein Loch an der falschen Stelle bekommst du im MDF nicht mehr weg.
mame-builder ist unabhängig und sammelt Erfahrungswerte aus dem DIY-Bereich. Arbeite umsichtig mit Strom und Werkzeug und prüfe Maße und Bauteile vor dem Kauf selbst.