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T-Molding anbringen: Nut fräsen und montieren

T-Molding anbringen: Nut fräsen und montieren KI-generiert

Kurz gefasst

T-Molding schützt die Cabinet-Kanten und sitzt nur dann sauber, wenn die Nut mittig und in passender Breite gefräst ist.

Inhalt
  1. Was T-Molding ist und warum es sich lohnt
  2. Passende Breite und Radius wählen
  3. Nut fräsen mit und ohne Nutfräser
  4. T-Molding um enge Rundungen legen
  5. Stöße und Ecken sauber verbinden
  6. Bezugsquellen und Farben in Deutschland

Die Kanten deines Cabinets sind die Stelle, die als Erstes leidet. Jeder Rempler beim Tragen, jede Schuhspitze am Sockel, jeder Umzug in den Hobbykeller nimmt sie mit. T-Molding, die flexible Kunststoffschiene mit dem T-förmigen Steg, schützt genau diese Kanten und gibt dem Automaten den typischen Arcade-Look. Der Haken an der Sache: Die deutschsprachige Anleitungslage ist dünn, fast alles im Netz rechnet in Zoll und redet über „slot cutters“. Hier bekommst du die Maße in Millimeter, drei Wege für die Nut auch ohne teure Spezialfräse und die Stellen, an denen Anfänger reihenweise scheitern.

Was T-Molding ist und warum es sich lohnt

T-Molding ist ein PVC-Streifen mit einem breiten, flachen Deckel und einem schmalen Steg (dem Barb) auf der Rückseite. Der Steg wird in eine mittig in die Plattenkante gefräste Nut gedrückt und hält dort allein durch Reibung, meist ganz ohne Kleber. Der Deckel legt sich über die Kante und deckt sie ab.

Das bringt dir drei Dinge auf einmal. Die rohe, saugende MDF-Kante ist geschützt und wird nicht bei jedem Stoß aufgerieben. Der Streifen kaschiert außerdem die geschnittene Kante deiner Seitenbespannung, weshalb du T-Molding immer erst nach dem Verkleben und Bündig-Trimmen der Folie montierst. Und der Automat sieht schlicht fertig aus statt nach nacktem Baumarkt-Zuschnitt. Wie du die Folie sauber an die Nut heranarbeitest, steht in der Anleitung zur Vinyl-Bespannung und Side-Art.

Der Steg ist bei Standard-Ware ungefähr 1,6 mm dick. Diese Zahl ist wichtiger, als sie klingt, denn sie bestimmt, wie breit deine Nut werden muss. Ist die Nut zu schmal, geht der Streifen nicht rein. Ist sie zu breit, hält nichts und du musst kleben.

Passende Breite und Radius wählen

Die Breite des T-Molding richtet sich nach der Materialstärke deiner Seitenwände. Der Deckel soll die Kante gerade so abdecken, ohne seitlich weit überzustehen. Für die im Cabinet-Bau übliche 18-mm-MDF ist die 3/4-Zoll-Variante (etwa 19 mm) der Standard.

MaterialstärkePassende T-Molding-Breite
16 mm5/8 Zoll (ca. 16 mm)
18 mm3/4 Zoll (ca. 19 mm)
19 mm3/4 Zoll (ca. 19 mm)
22 mm7/8 Zoll (ca. 22 mm)

Zwei Dinge musst du getrennt prüfen. Erstens die Breite oben, die zur Plattenstärke passt. Zweitens die Stegdicke, die zur Breite deiner Nut passen muss. Beides steht bei seriösen Händlern in den Produktangaben. Kaufe Streifen und Nutwerkzeug am besten aufeinander abgestimmt, sonst frickelst du hinterher an der Passung herum.

Beim Radius gilt: Standard-T-Molding lässt sich um Außenrundungen ab etwa 25 mm Radius bequem legen. Enger wird es zur Geduldsprobe. Wenn du dein Upright-Cabinet nach Bauplan zuschneidest, plane die Rundungen an Front und Deckel deshalb nicht künstlich knapp, sondern gib ihnen ruhig einen großzügigen Radius.

Nut fräsen mit und ohne Nutfräser

Sicherheitshinweis vorweg: Oberfräse und Tischkreissäge sind die gefährlichsten Werkzeuge in diesem ganzen Projekt. Immer Schutzbrille und Gehörschutz tragen, das Werkstück fest einspannen, mit beiden Händen führen und niemals mit den Fingern in die Nähe des laufenden Fräsers oder Sägeblatts kommen. Erst umbauen oder nachmessen, wenn die Maschine still steht.

Es gibt drei Wege für die Nut, je nach Ausstattung.

  • Oberfräse mit Scheibennutfräser. Der sauberste und einzige Weg, der auch Rundungen mitmacht. Der Nutfräser (oft direkt als T-Molding-Bit verkauft) hat ein Kugellager, das an der Plattenkante entlangläuft und die Nut automatisch mittig hält. Frästiefe rund 10 bis 12 mm einstellen, in einem gleichmäßigen Zug führen, nicht ruckeln. Ein passender Fräser kostet grob 20 bis 40 Euro.
  • Tischkreissäge. Schnell, aber nur für gerade Kanten. Den Anschlag so setzen, dass das Blatt mittig läuft, und die Schnitthöhe auf rund 10 mm stellen. Achtung bei der Blattstärke: Ein normales Blatt schneidet oft breiter als der 1,6-mm-Steg, dann sitzt der Streifen auf ganzer Länge locker. Die saubere Lösung ist ein dünnes Sägeblatt (oder gleich ein passender Nutfräser), dessen Schnittbreite zur Stegdicke passt. Ist die Nut über die ganze Kante zu breit geraten, hilft ein Klebepunkt an den Enden nicht, dann musst du den Streifen auf voller Länge einkleben. Immer mit Schiebestock arbeiten.
  • Kleiner Kantenfräser oder Multifunktionswerkzeug mit Nutfräs-Aufsatz. Die Budget-Lösung, wenn du keine große Oberfräse hast. Läuft langsamer und braucht mehr Passes, kommt aber ebenfalls um Rundungen.

Für die geraden Seiten funktioniert alles drei. Für gebogene Kanten führt praktisch kein Weg an einer Fräse mit Anlaufring vorbei, denn nur die folgt der Kurve sauber. Wer nur eine Tischkreissäge hat, sollte seine Rundungen also entweder klein halten oder sich für die Kurven eine Fräse leihen.

T-Molding um enge Rundungen legen

Hier machen die meisten ihren ersten Fehler. Auf einer geraden Kante flutscht der Streifen problemlos rein. An einer Außenrundung muss der Deckel außen einen längeren Weg zurücklegen als der Steg innen, und dadurch staucht sich das Material und wirft Falten. Das Ergebnis sind die typischen Blasen und Wellen, über die sich Anfänger ärgern.

Der Trick dagegen heißt einkerben. Schneide mit einem Seitenschneider kleine V-förmige Kerben in den Steg, nicht in den sichtbaren Deckel. Alle paar Millimeter eine Kerbe, dann kann sich der Steg in der Nut zusammenschieben, ohne den Deckel zu stauchen. Je enger die Rundung, desto dichter die Kerben.

Zusätzlich hilft Wärme. Föhne den Streifen an der Kurve mit einem Heißluftföhn auf niedriger Stufe kurz an, dann wird das PVC weich und legt sich williger an. Übertreib es nicht, sonst verformt oder glänzt die Oberfläche. Zum Eindrücken nimmst du eine kleine Andrückrolle oder ein Holzklötzchen mit Gummihammer, nie direkt mit dem Hammer auf den Deckel, sonst gibt es Dellen.

Sei ehrlich zu dir: Radien unter etwa 20 mm sind selbst mit Kerben und Wärme mühsam und sehen selten perfekt aus. Beim runden Deckelrand eines Cocktail-Automaten lohnt sich deshalb Ruhe und ein zweiter Versuch statt Gewalt.

Stöße und Ecken sauber verbinden

Am besten legst du eine Seitenwand mit einem einzigen durchgehenden Streifen ein und beginnst und endest an einer möglichst unsichtbaren Stelle, meist hinten unten am Sockel. Dann gibt es nur eine einzige Naht, und die sieht keiner.

Wo zwei Streifen aufeinandertreffen, schneide die Enden auf Gehrung, damit sie sauber ineinandergreifen. An diesen Schnittstellen und an sehr engen Rundungen neigt der Steg dazu, wieder herauszurutschen. Ein kleiner Tropfen Sekundenkleber an genau diesen Enden fixiert das dauerhaft, ohne dass du den ganzen Streifen einkleben musst. Der Rest hält von allein.

Zum Schluss den kompletten Streifen noch einmal mit dem Klötzchen nachdrücken, damit der Steg überall gleichmäßig tief sitzt. Lass beim Zuschnitt lieber ein paar Zentimeter Überlänge, kürzen kannst du immer, verlängern nie.

Bezugsquellen und Farben in Deutschland

Im normalen Baumarkt bekommst du Arcade-T-Molding nicht, dort gibt es höchstens Kantenschutzprofile mit anderer Steggeometrie. Bestell online bei Arcade-Teile-Shops. Die mit Abstand größte Auswahl an Breiten, Farben und Sonderformen führt der US-Spezialist T-Molding.com, der auch international versendet. Rechne dann mit Versandzeit und Zoll. Für schnellere Lieferung suchst du gezielt nach europäischen oder deutschen Arcade-Parts-Händlern, die T-Molding meterweise oder als Rolle anbieten, oft im niedrigen einstelligen Eurobereich pro Meter.

Bei den Farben hast du mehr Auswahl, als du denkst: klassisch Schwarz und Weiß, dazu Rot, Blau, Gelb, Chrom-Optik, transparente und milchige Varianten sowie leuchtende Sondertypen. Es gibt sogar Light-up-T-Molding, eine durchsichtige Schiene, durch die du einen niedervoltigen LED-Streifen ziehst. Wähle die Farbe passend zu deiner Side-Art. Ein knalliges Rot rahmt ein buntes Artwork, während Schwarz oder Chrom dezenter wirkt. Bestell immer einen Meter mehr, als du gerechnet hast, denn eine misslungene Rundung oder ein Fehlschnitt ist schneller passiert als gedacht.

Wenn die Kanten sitzen und der Automat mechanisch fertig ist, geht es an Emulator, Frontend und ROM-Verwaltung. Das Software-Setup deckt unsere Schwester-Seite mame.app im Detail ab.

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mame-builder ist unabhängig und sammelt Erfahrungswerte aus dem DIY-Bereich. Arbeite umsichtig mit Strom und Werkzeug und prüfe Maße und Bauteile vor dem Kauf selbst.


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