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Trackball und Spinner ins Cabinet einbauen

Trackball und Spinner ins Cabinet einbauen KI-generiert

Kurz gefasst

Trackball und Spinner lohnen sich nur für die passenden Spiele wie Golden Tee, Centipede oder Arkanoid, dann aber machen sie den Unterschied, den ein Joystick nie liefert.

Inhalt
  1. Wann sich Trackball und Spinner lohnen
  2. Trackball: Kugelgröße, Typ und Einbautiefe
  3. Spinner richtig auswählen und montieren
  4. Anschluss: USB direkt oder über einen Encoder
  5. Achsen zuordnen und Empfindlichkeit einstellen
  6. Lohnt sich der Aufwand

Ein Joystick und acht Buttons decken die meisten Automatenspiele ab, aber es gibt eine Handvoll Klassiker, die sich damit einfach falsch anfühlen. Centipede mit einem digitalen Stick zu spielen ist, als würdest du mit Handschuhen Klavier spielen, und Arkanoid ohne stufenlosen Drehregler verliert genau den Reiz, der das Spiel ausmacht. Für diese Titel brauchst du analoge Steuerung: einen Trackball, den du mit der Handfläche über die Kugel schnippst, oder einen Spinner, einen frei drehenden Knopf für alles, was sich um eine Achse dreht. In dieser Anleitung geht es darum, welche der beiden du wirklich brauchst, wie du sie sauber ins Panel bekommst und wie du sie danach an den Rechner hängst.

Wann sich Trackball und Spinner lohnen

Bevor du Geld ausgibst, schau dir deine Spieleliste an. Beide Eingabegeräte bedienen eine kleine, aber feine Auswahl an Titeln, und für alles andere liegen sie nur im Weg.

Ein Trackball glänzt bei Spielen, in denen ein Cursor oder eine Figur frei in der Fläche gesteuert wird. Die Referenz ist Golden Tee, dazu kommen Centipede, Millipede, Missile Command, Marble Madness, Crystal Castles und die ganze Riege der Bowling- und Shuffleboard-Automaten. Diese Spiele lesen die Geschwindigkeit, mit der du die Kugel drehst, und das bekommst du mit keinem Stick hin.

Der Spinner ist der Spezialist fürs Drehen um eine einzige Achse. Arkanoid und Breakout, Tempest, Cameltry, Warlords, Discs of Tron: Überall dort schiebst oder drehst du ein Paddle beziehungsweise ein Fadenkreuz stufenlos, und ein guter Spinner mit etwas Schwungmasse lässt sich sogar anschubsen und laufen lassen. Wer viele Rennspiele will, denkt an dieser Stelle an ein Lenkrad, das ist aber eine eigene Baustelle.

Ein ehrlicher Rat vorweg: Wenn auf deiner Liste kein einziges dieser Spiele steht, spar dir den Einbau. Beide Geräte kosten Platz auf dem Panel und Geld, und ein überladenes Control-Panel spielt sich für die 95 Prozent Joystick-Spiele nur schlechter. Wer sich unsicher ist, baut erst einen sauberen Standardaufbau nach der Anleitung zum Control-Panel und rüstet später ein Wechselpanel nach.

Trackball: Kugelgröße, Typ und Einbautiefe

Trackballs gibt es in zwei gängigen Kugelgrößen. Die klassische Automatenkugel misst 2 1/4 Zoll (rund 57 mm), die große Golden-Tee-Kugel misst 3 Zoll (rund 76 mm). Die große Kugel läuft satter und ist der Standard, wenn Golden Tee ganz oben auf deiner Liste steht. Die kleine reicht für Centipede und Co. und braucht weniger Platz.

Wichtiger als der Durchmesser ist die Bauhöhe. Ein Trackball ist kein flaches Bauteil: Das Gehäuse mit Lagern und Encoder ragt gut fünf bis sechs Zentimeter unter das Panel. In einem flachen Bartop kollidiert das schnell mit dem Rechner, dem Encoder oder einer Panel-Schublade. Miss die freie Höhe unter deinem Panel, bevor du bestellst, sonst passt die Kugel zwar ins Loch, aber der Deckel geht nicht mehr zu.

Beim Ausschnitt hältst du dich strikt ans Datenblatt deines Trackballs. Du brauchst ein rundes Loch für die Kugelöffnung und meist vier Schraublöcher für die Montageplatte, die von unten gegen das Panel geschraubt wird. Zeichne die Bohrungen mit der mitgelieferten Schablone oder dem Rahmen selbst an, denn die Lochkreise sitzen je nach Hersteller unterschiedlich. Das große runde Loch fräst du am saubersten mit Oberfräse und Kreisschablone, wie es auch bei den MDF-Zuschnitt-Rundungen beschrieben ist. Eine Lochsäge geht ebenfalls, reißt in MDF aber gern aus, also unbedingt eine Opferplatte unterlegen.

Spinner richtig auswählen und montieren

Der Spinner ist mechanisch die einfachere Übung. Er sitzt in einem einzigen Loch, die Welle geht durch das Panel, oben schraubst du den Drehknopf auf. Zwei Dinge unterscheiden einen guten von einem enttäuschenden Spinner.

Das erste ist die Auflösung, angegeben in Impulsen pro Umdrehung. Je höher dieser Wert, desto feiner löst der Encoder deine Drehung auf und desto weicher fährt das Paddle in Arkanoid. Günstige Spinner mit grober Auflösung fühlen sich ruckelig an, die guten Modelle drehen seidig. Das zweite ist die Schwungmasse. Ein Spinner mit einer kleinen Schwungscheibe läuft nach dem Anschubsen ein Stück weiter, und genau dieses Trägheitsgefühl brauchen Tempest oder Discs of Tron, damit sie sich echt anfühlen.

Für die Montage bohrst du ein Loch passend zur Welle, setzt den Spinner von unten ein und konterst ihn fest, damit er sich beim Spielen nicht mitdreht. Den Knopf fixierst du in der Regel über eine Madenschraube auf der Welle. Achte auf genug Abstand zu Joystick und Buttons, damit die drehende Hand nicht dauernd irgendwo anstößt. Die genauen Abstände planst du am besten gleich mit ins Layout, wenn du das Panel nach der Control-Panel-Anleitung anzeichnest.

Anschluss: USB direkt oder über einen Encoder

Hier trennt sich moderne von klassischer Hardware, und das entscheidet, wie viel du löten musst.

Der bequeme Weg sind fertige USB-Geräte. Ein Trackball wie der U-Trak von Ultimarc oder ein USB-Spinner meldet sich am Rechner einfach als Maus an und braucht kein weiteres Bauteil. Du steckst das USB-Kabel an den Pi oder Mini-PC, fertig. Das ist für Einsteiger klar die empfohlene Variante, weil an dieser Stelle nichts verkabelt oder konfiguriert werden muss.

Der klassische Weg betrifft dich, wenn du einen alten Happ-Trackball oder einen Spinner ohne eigene USB-Platine erwischst. Solche Geräte geben ein sogenanntes optisches Quadratursignal aus, und das versteht kein Rechner direkt. Dafür brauchst du einen Zwischenbaustein, einen optischen Encoder wie den OptiPac, der das Signal in eine Maus umsetzt. Der wird separat verkabelt, dann hast du wieder eine ganz normale USB-Maus. Deine Buttons und den Joystick hängst du davon unabhängig an ihren eigenen Zero-Delay-Encoder, Trackball und Buttons teilen sich also keine Platine.

Ein Detail, das später Nerven kostet: Trackball und Spinner melden sich beide als Maus. Hängst du beide gleichzeitig ins Cabinet, hast du zwei Mäuse am System, die sich standardmäßig überlagern. Windows und die Emulatoren können mehrere Mäuse getrennt behandeln, aber das musst du bewusst aktivieren. Plane das ein, wenn beide Geräte ins selbe Panel sollen.

Achsen zuordnen und Empfindlichkeit einstellen

Hardware verbaut heißt noch nicht spielbar. Der letzte Schritt ist die Software, und ohne ihn bewegt sich in Centipede gar nichts, obwohl die Kugel sauber läuft.

Im Kern musst du dem Emulator sagen, welche Maus-Achse zu welcher Spielsteuerung gehört. In MAME muss die Maussteuerung zuerst grundsätzlich eingeschaltet sein, danach ordnest du im Menü für die Eingaben die X- und Y-Achse des Trackballs den analogen Track-Achsen des Spiels zu, und die Achse des Spinners dem sogenannten Dial. Für jeden dieser Analogeingänge lässt sich zusätzlich die Empfindlichkeit regeln, damit die Kugel weder zäh noch überdreht reagiert. Diese Feinjustierung machst du am besten direkt im Spiel, ein paar Runden Arkanoid zeigen schnell, ob der Spinner zu nervös läuft.

Weil sich diese Menüs je nach Emulator und Frontend unterscheiden und regelmäßig überarbeitet werden, halten wir die Klick-für-Klick-Wege bewusst aus dieser Bau-Anleitung heraus. Wie du das Frontend grundsätzlich aufsetzt, steht in der Anleitung zum MAME-Frontend einrichten, und die tieferen Emulator-Einstellungen inklusive der analogen Steuerung liegen ausführlich auf unserer Schwester-Seite mame.app, damit dieser Ratgeber bei der Hardware bleibt.

Lohnt sich der Aufwand

Ganz nüchtern: Trackball und Spinner sind Zusatzgeräte für eine kleine Gruppe von Spielen, und sie kosten Platz, Geld und ein paar Abende Einstellarbeit. Wenn dich diese Spiele nicht interessieren, ist ein sauberer Standardaufbau mit Stick und Buttons die klügere Wahl. Steht aber Golden Tee, Centipede oder Arkanoid auf deiner Liste, dann führt kein Weg daran vorbei, und der Unterschied ist riesig. Ein Trackball für die zweite Steuerungsart baut sich am elegantesten in ein separates Wechselpanel, das du bei Bedarf einsetzt, so bleibt das Hauptpanel aufgeräumt und du hast trotzdem beides. Weiterführende Bauinfos, Encoder-Vergleiche und Erfahrungsberichte findest du im BYOAC-Forum, der größten Sammlung von Selbstbauwissen zum Thema.

TrackballSpinnerUSB-EncoderGolden TeeArcade Bauanleitung

mame-builder ist unabhängig und sammelt Erfahrungswerte aus dem DIY-Bereich. Arbeite umsichtig mit Strom und Werkzeug und prüfe Maße und Bauteile vor dem Kauf selbst.


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